Asset Management

Der demographische Wandel sowie die Entwicklung der Finanzmärkte wird in Zukunft dem Asset Management einen noch höheren Stellenwert einräumen. Um von dieser Entwicklung zu profitieren, sollten Asset Manager die folgenden Trends berücksichtigen:

  • Die Alters- und damit einhergehende Gesundheitsvorsorge stehen vor grossen finanziellen Schwierigkeiten, welche durch innovative Ideen im Asset Management gelöst werden können.
  • Durch regulatorische Anforderungen sind Banken und Versicherungen gezwungen, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren und den Eigenhandel einzuschränken. Dies eröffnet dem Asset Management die Möglichkeit neue Geschäftsfelder zu erschliessen.
  • Dem Asset Management kommt eine zentrale Rolle bei der Kapitalbeschaffung zur Deckung des wachsenden Investitionsbedarfs in der Infrastrukturnachfrage zu.
  • Neue regulatorische Vorgaben mit erhöhten Transparenzvorschriften wiederspiegeln sich in einem gestiegenen Druck auf die Vertriebskommissionen. Dies kann eine Chance für die grossen Produktehäuser sein, um mit innovativen Ideen aufzuwarten. Für kleine Produktehäuser birgt dies aufgrund ihrer geringeren Vertriebsstärke jedoch einen Wettbewerbsnachteil.
  • Die Distributionslandschaft von Anlageprodukten wird neu definiert, wobei sich vier regionale Vertriebsblöcke herauskristallisieren: Nordasien, Südasien, Amerika und Europa.
  • Eine neue Generation von globalen Asset Managern entsteht, mit dem Ziel effiziente und kostengünstige Fondsplattformen aufzubauen, wobei Skaleneffekte von zentraler Bedeutung sein werden. Mittels gezieltem Marketing und Förderung von Talenten ergibt sich ein Wettbewerbsvorteil.

Folgende Herausforderungen aber gleichzeitig auch Chancen lassen sich aus obigen Trends für das Asset Management ableiten:

Produkte:
Die Nachfrage nach günstigen Produkten, einer hohen Diversifikation sowie ergebnisorientierten Strategien verlagert die Investitionsströme weg von den traditionellen Anlagen hin zu ETFs, liquiden alternativen Anlagen und speziellen Strukturen. Fondsmanager sind gezwungen ihr Angebot und ihre Produktpalette zu überdenken, respektive ihre Produktestrategie neu auszurichten.

Vertrieb:
Der überwiegende Teil von Kleinanlegern wird keine Beratung in Anspruch nehmen. Dies vor allem vor dem Hintergrund der entfallenden Vertriebsentschädigungen und der damit einhergehenden Einführung neuer Preismodelle für die klassische Anlageberatung. Produktehäusern und Fondsplattformen eröffnet sich hier eine Möglichkeit, diese Lücke zu schliessen und neue Vertriebskanäle zu etablieren.

Operative Prozesse:
Produktehäuser müssen ihre Prozesse standardisieren und Teile davon zentralisieren, und die dadurch entstehende Effizienz dazu nutzen, Kosten zu senken sowie das Kontrollsystem zu verbessern.

Regulierung:
Komplexe und multiple Vorschriften verlangen von Asset Managern und Produktehäusern einen integrierten und strategischen Ansatz zu deren Einhaltung. Dem Aufbau einer integrierten Datenarchitektur kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu.

Wir unterstützen unsere Kunden bei der Bewältigung dieser und weiterer Herausforderungen, indem wir maßgeschneiderte Dienstleistungen für ihre jeweilige Situation anbieten und ihnen bei der Navigation durch die komplexe Materie zur Seite stehen.

Wichtige Regulatorien für Asset Manager umfassen:

AIFMD
AIFMD

Die Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds (auch AIFM-Richtlinie genannt), ist eine am 11. November 2010 vom Europäischen Parlament angenommene EU-Richtlinie. Darin werden die Verwalter alternativer Investmentfonds reguliert, die zuvor nicht von der OGAW-Richtlinie (UCITS Richtlinie) erfasst wurden. Die Richtlinie entfaltet extraterritoriale Wirkung, da nicht nur Verwalter mit Sitz in der EU davon betroffen sind, sondern auch jene aus Drittländern, die ihre Fonds in der EU vertreiben möchten.

Die Anforderungen unter AIFMD beinhalten auch die Lizenzierung eines AIF Managers durch die zuständigen Behörden des jeweiligen europäischen Mitgliedstaates, sobald die verwalteten Vermögen gewisse Schwellenwerte überschreiten. AIFMD regelt zudem Kapitalvorschriften, Vorschriften an die Organisation des AIF Managers, sowie neue Transparenzvorschriften, welche über entsprechende Berichterstattung umzusetzen sind.

PRIIPs
PRIIPs

Zentraler Bestandteil der neuen europäischen PRIIPs-Verordnung (Packaged retail and insurance-based investment products) ist die Einführung von Basisinformationsblättern (Key Information Documents – KID‘s) für bestimmte Anlageprodukte für Kleinanleger. Ziel ist es, den Anlegerschutz zu stärken und mehr Transparenz für die Kleinanleger zu schaffen. Die Vorschriften sind ab dem 31. Dezember 2016 in allen Mitgliedstaaten der EU direkt anwendbar. Die drei europäischen Aufsichtsbehörden EIOPA, EBA und ESMA (European Supervisory Authorities – ESA‘s) müssen der Europäischen Kommission bis 31. März 2016 Technische Regulierungsstandards vorlegen, die im Detail spezifizieren, wie die einzelnen Basisinformationen in den KID’s darzustellen sind.

OGAW V
OGAW V

Die konsolidierte Richtlinie zur Koordinierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften von Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapiere (OGAW) erlaubt OGAW-Fonds von einem „Europa-Pass“ zu profitieren mit dem sie in allen EWR Staaten öffentlich angeboten werden dürfen, sofern sie in ihrem Herkunftsland zugelassen sind.

Die konsolidierte Richtlinie schafft einen neuen Rechtsrahmen für die Verwahrstelle (Depotstelle) eines OGAW-Fonds und bestimmt bspw. welche juristischen Personen als Verwahrstelle geeignet sind, welche zentralen Verwahrungs- und Überwachungspflichten der Verwahrstelle obliegen, den Haftungsstandard der Verwahrstelle wie auch allgemeine Vergütungsstrukturen für die OGAW-Verwaltungsgesellschaften. Die Mitgliedstaaten erlassen und veröffentlichen bis spätestens 18. März 2016 ihre angepassten nationalen Gesetze.

KAG
KAG

Die gesetzliche Grundlage für das Fondsgeschäft in der Schweiz finden sich im Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen (KAG) vom 23. Juni 2006, welches am 1. Januar 2007 in Kraft trat und das Bundesgesetz über die Anlagefonds (AFG) vom 18. März 1994 ablöste. Die schweizer Fondsgesetzgebung wurde damit an die neue europäische Fondsrichtlinie OGAW angepasst. Am 1. März 2013 sind das revidierte KAG, die dazugehörige Verordnung (KKV) wie auch die Kollektivanlagen-Konkursverordnung-FINMA (KAKV-FINMA) in Kraft getreten.

Der Zweck des KAG liegt sowohl im Anlegerschutz als auch in der Transparenz und Funktionsfähigkeit des entsprechenden Marktes. Inhalt des KAG sind die offenen und geschlossenen kollektiven Kapitalanlagen. Das KAG als Rahmengesetz hat allgemeine Bestimmungen zum Inhalt, die KKV sowie KKV-FINMA enthalten entsprechende Detailausführungen.

FINMA Bewilligung
FINMA Bewilligung

Das Verwalten von kollektiven Kapitalanlagen in der Schweiz bedarf einer Bewilligung der FINMA. Um eine Bewilligung der FINMA zu erhalten, sind allgemeine (z.B. müssen die für die Verwaltung und Geschäftsführung verantwortlichen Personen einen guten Ruf geniessen) und spezifische (z.B. über das notwendige Eigenkapital wie auch eine angemessene Organisation verfügen) Bewilligungsvoraussetzungen zu erfüllen.

Wir begleiten Sie gerne in diesem Bewilligungsprozess, von der Vorbereitung des Gesuchs bis hin zum Erhalt der FINMA-Bewilligung.

Überwachung der Anlagevorschriften
Überwachung der Anlagevorschriften

Die Überwachung der Anlagevorschriften bezeichnet die Überwachung und Kontrolle der Umsetzung von Anlagerestriktionen in Anlageprozessen betreffend der verschiedenen Produkte.

Durch die laufende Überwachung der Anlagetätigkeit werden Probleme, wie eine unzureichende Anlageleistung, ungenügende Diversifikation oder ein zu großer Spielraum des Vermögensverwalters erkannt und behoben. Gleichzeitig kommt der Überwachung die Aufgabe zu, auf allfällige Missstände im Anlagenbereich hinzuweisen und Verbesserungsmaßnahmen zu erarbeiten und vorzuschlagen. Die Überwachung der Anlagevorschriften stellt nicht zuletzt sicher, dass die Anlagerestriktionen der jeweiligen Regulierung oder spezifischen Anlagerichtlinien einzelner Produkte umgesetzt werden.